Den Blickwinkel auf die Welt verändern…

Gleitschirmfliegen und Segeln – so viele Gemeinsamkeiten.

„Aufziehen, lösen, anbremsen und jetzt flieg…“ – höre ich die Stimme meines Fluglehrers, Wolf Schneider, fast schön mantraartig aus dem Funkgerät. Der Gleitschirm steigt hinter mir in die Höhe und entfaltet sich zur vollen Größe. Jetzt die Aufziehleinen lösen, den Schirm leicht anbremsen und schon spüre ich, wie mich der Gleitschirm mit seinem sanftem Heben in sein Element, hoch über dem Boden, mitnehmen möchte. Ein einzigartiges und unbeschreibliches Gefühl. So frei muß sich ein Vogel fühlen…

Der Schirm und ich, wir steigen sanft höher, die Perspektive ändert sich, der Blick wird weiter und freier. Und plötzlich stellt sich bei mir dieses vertraute Gefühl ein, das ich so ganz besonders am Segeln mag. Der gewohnte Blickwinkel auf die Welt um uns herum ändert sich, man sieht die vertrauten Dinge aus einer ganz anderen, völlig neuen Perspektive.

Aus vielen Gesprächen mit Menschen, die über die Jahre hinweg bei mir den Segelsport oder das Motorbootfahren gelernt haben, erinnere ich mich an einen Gedanken, den die Menschen besonders oft angesprochen haben:

Wir wollen die Welt aus einem anderen Blickwinkel sehen und kennenlernen. Genau das haben Menschen, die Fliegen oder Bootfahren für sich entdeckt haben, gemeinsam:
Den Wunsch, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Die Gemeinsamkeiten gehen noch viel weiter und sind neben den emotionalen Gemeinsamkeiten auch viele technische, ja sogar physikalische Gemeinsamkeiten.

sabineBeide Sportarten verbindet, daß das Wetter einen sehr großen Einfluß auf uns hat und Beobachtungsgabe, fundiertes Wissen über die Wetterlagen und Demut gegenüber den Naturgewalten verlangt. Das Sportgerät einpacken und auf einen Kaffee ins Clubhaus gehen, wenn die Wetterlage nicht passt, gibt es hier nicht. Ist man erstmal draußen auf See oder in der Luft, ist man ganz für sich selbstverantwortlich und man muß alles zu einem guten Ende zu bringen.

Das Spiel mit bewegter Luft, eine der auffälligsten Gemeinsamkeiten. Segler und Flieger, beide lieben einen optimalen Anströmwinkel ihres ( Gleit ) – Segels. Sie sollten in der Lage sein, einen Strömungsabriss schon lange vor Eintritt erkennen und erfühlen zu können und müssen wissen, wie man darauf reagiert.

Eine weitere Gemeinsamkeit technischer Natur sind, wie beim Segeln, die unglaublich vielen, verschiedenfarbigen Leinen. Durch Wolf´s wunderbare Gabe Dinge gut erklären zu können, wird nach kurzer Zeit schnell klar, daß beim Gleitschirmfliegen alles einer genauen Ordnung folgt, jede Leine ihren Sinn hat und das gefürchtete Leinendurcheinander ( meist ) ausbleibt, wenn man die Tipps und Trick´s befolgt.

(An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei Dir, Wolf, bedanken wenn es mal mit dem Leinen sortieren bei mir nicht so gut geklappt hat) : )

Die Lernkurve beim Segeln und beim Gleitschirmfliegen steigt steil an, nach dem ersten halben Tag bringt Wolf genauso jeden seiner Schüler in die Luft, wie ich meine Segler auf das Wasser bringe. Großer Spaß, ganz ohne jeden Lerndruck ist garantiert – und das auch noch nach individueller Terminvereinbarung.

Wolf´s Gleitschirmschule besitzt, als einzige Flugschule in Deutschland, einen Übungshang, an dem sogar Abends bei Flutlicht geflogen werden kann.

WolfPortrait Wolf Schneider:

Wolf Schneider, ein Urgestein im Flugsport und einer der ersten, die den Drachen- und Gleitschirmsport in Deutschland vorgestellt haben.

Wolf eröffnete bereits in den 1970er Jahren seine Flugschule für Drachenflieger. Seine persönliche und angenehme Art im Umgang mit seinem Flugschülern ist genauso beeindruckend, wie die Leidenschaft und die Begeisterung, die er vorlebt und vermittelt.